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Begegnungshaus Aegidienberg

Wettbewerbsentwurf Begegnungshaus Aegidienberg

Wettbewerbsentwurf Begegnungshaus Aegidienberg

Wettbewerbsentwurf Begegnungshaus Aegidienberg

Wettbewerbsentwurf Begegnungshaus Aegidienberg



Das Begegnungshaus soll am Rederscheider Weg in Aegidienberg errichtet werden, an einem Knotenpunkt dreier verschiedener Stadttypologien. Nördlich des Begegnungshauses ist das Gewerbegebiet angesiedelt, westlich ein reines Wohngebiet und südlich befinden sich die, von der Stadt Bad Honnef aufgestellten, Container, welche den Geflüchteten als Wohnraum dienen.

Der Zugang zum Begegnungshaus erfolgt über den Rederscheider Weg, von dem man über eine bestehende Zufahrt auf das Gelände gelangt. Unmittelbar an der Zufahrt befinden sich sowohl Stellplätze für PKWs, als auch Fahrradabstellmöglichkeiten. Durch die hochgewachsene Hecke zum Rederscheider Weg, wird eine ruhige und geschützte Atmosphäre ermöglicht. Von der Rottbitzer Straße kommend, steigt der Rederscheider Weg an und es entsteht so eine schöne Sichtachse Richtung Tal. Das Begegnungshaus wird infolgedessen von der Rottbitzer Straße sehr gut wahrgenommen. Eine weitere Blickbeziehung gibt es zwischen den diversen Terrassen im Obergeschoss des Gebäudes und dem Siebengebirge. Die Terrassen sind so angeordnet, dass sie von morgens im Osten, bis abends im Westen von der Sonne belichtet werden. Das Gebäude gibt mit seinen Öffnungen eine klare Orientierung an. Zum Wohngebiet ist die Fassade hauptsächlich geschlossen und zur Hauptstraße und zum Wochenendplatz hingegen ist die Fassade mit zahlreichen Terrassen und Fenstern geöffnet.

Der zweigeschossige Baukörper entspricht gestalterisch einer Containerbauweise, welcher für eine moderne, flexible und robuste Architektur steht. Die Flexibilität ermöglicht die unkomplizierte Demontage und Wiederaufstellung des Gebäudes an einem anderen Ort. Die außergewöhnliche Architektur, die eine eigentliche Behelfsbehausung zum gestalterischen Mittel erhebt, stellt einen besonderen Blickfang in der Umgebung dar.

Die Möglichkeit, Container stapeln zu können schafft den Spielraum eine Vielzahl von räumlichen Ideen umzusetzen. So entstehen Terrassen, Innenhöfe, oder überdeckte Bereiche die neue Räume definieren. Ziel des Entwurfs war es, sich diese Eigenschaften zu Nutze zu machen, so sind das Foyer und der Patio entstanden. Um das Gebäudevolumen klein zu halten wurden Außenräume geschaffen, die nur überdacht sind, gleichzeitig aber in die wesentlichen Funtionen des Gebäudes eingebunden werden. Das gilt zum Beispiel auch für die Konzipierung der Erschließung des Obergeschosses. Durch die außen liegenden Treppentürme und Zugänglichkeit der Sanitär- und Bürobereiche von außen ist das Begegnungshaus flexibel nutzbar. So können beispielsweise der obere und der untere Bereich getrennt voneinander genutzt werden.

Das Begegnungshaus erweckt den Anschein eines Containerbaus, wird jedoch als Stahlkonstruktion ausgeführt. Der klassische Seecontainer entspricht weder den statischen, noch bauphysikalischen Anforderungen eines öffentlichen Gebäudes.

Die Stahlkonstruktion ist eine leichte Konstruktionsweise, die sich für mobile Bauten hervorragend eignet. Anders als bei einem Massivbau können die Verbindungen der einzelnen Tragwerkselemente so hergestellt werden, dass sie reversibel sind, die Konstruktion also auch wieder demontiert und an anderer Stelle montiert werden kann. Die Option den Baukörper an anderen Stellen wieder aufbauen zu können, setzt ebenfalls voraus, dass er nur an wenigen Punkten im Untergrund verankert ist. In diesem Fall wurde auf die betonierte Bodenplatte verzichtet. Stattdessen wurde der Baukörper auf Punkt/Streifenfundamenten im Erdreich befestigt. Das Tragwerk besteht aus Stahlhohlprofilen und Trapezblechkonstruktionen. Die Wandfüllungen bestehen aus vorgefertigten Sandwichdämmpaneelen und sorgen für einen ausreichenden Wärmeschutz. Nach außen ist der Baukörper im Stile eines Containers mit Sickenblech verkleidet. Um gestalterisch weiter im Bilde eines Containers zu bleiben, bestehen die Klappläden der Fenster aus recycelten Seecontainertüren.

Die außenliegenden Treppentürme sind aus lackierten Stahlrahmen hergestellt, die klare kubische Formen ergeben und mit Lärchenholz verkleidet werden. Ebenfalls aus Lärchenholz hergestellt sind die Terrassengeländer, sowie die Zäune entlang des Patios, des Nebeneingangs und die Vordächer. Die Vordächer finden sich unter anderem in den Treppentürmen, sowie an den Übergängen von Treppe zu den Eingängen wieder. Obwohl die Treppentürme außerhalb der Gebäudehülle sitzen, ist es somit möglich das Obergeschoss witterungsgeschützt zu erreichen. Die gesamte Konstruktion des Gebäudes zeigt nach außen hin das robuste Bild eines Seecontainerbaus. Innen hingegen entstehen weiträumige und großzügig belichtete Aufenthaltsbereiche.